2005er Oestricher
Doosberg
Im Sommer 2005 kam es wiederholt
zu sehr ergiebigen Niederschlägen, was zur Folge hatte, dass
die Reben sehr gut mit Wasser und Nährstoffen versorgt wurden.
Die Blüte setzte recht früh ein und wir konnten während
der gesamten Vegetationsperiode einen Vorsprung von etwa 2-3 Wochen
wahren. Bis Ende August sah es nach einem durchschnittlichen Jahrgang
aus, was sich aber durch das traumhafte Wetter von September an änderte.
Die Mostgewichte gingen rasant nach oben und die Qualität
des Lesegutes steigerte sich zusehends. Da uns dieses Wetter auch
während der gesamten Lesezeit erhalten blieb, kann man durchaus
sagen, dass der 2005er an Qualität und Reife dem 2003er kaum
nachsteht.
Unsere Moste lagerten wir
mit einem Mostgewicht von 91° Oechsle und einem Säuregehalt von
etwa 9g/l ein. Nach einer gleichmäßigen Gärung
und dem erfolgten ersten Abstich präsentieren sich die Jungweine
sehr fruchtig und harmonisch. Um sowohl einen trockenen als auch
einen milden Wein zu erhalten, haben wir den Most in zwei Tanks
getrennt und mit unterschiedlichen Hefen versehen. Momentan liegen
beide in ihren Tanks und wir warten selbst sehr gespannt darauf,
wie sie sich weiterentwickeln, hierüber werden wir sie selbstverständlich
auf dem laufenden halten...
Nachdem unsere beiden Weine etwas
Zeit zum Lagern hatten, haben wir uns langsam damit beschäftigt,
herauszufinden wie die weiteren Maßnahmen der Weinbehandlung
aussehen könnten. Da wir einen Wein trocken ausbauen wollten,
haben wir uns entschieden, eine Feinentsäuerung vorzunehmen,
da es unserer Meinung nach enorm wichtig ist eine ausgewogene Balance
zwischen Süße und Säure zu finden. Nachdem der
Wein sich auf ca. 7g/l Säure
eingefunden hatte, war es an der Zeit, eine Vorprobe zu machen.
So haben wir uns mit Freunden und Bekannten getroffen, um die
vorbereiteten Proben zu verkosten. Es stellte sich schnell
heraus, wie klein der Schritt von einem lebendigen, fruchtigen
Wein zu einem langweiligen und monotonen Wein sein kann. Lediglich
ein paar Gramm Restzucker zuviel können hier schon genügen.
Bevor wir dazu übergingen,
noch einige andere Weine zu probieren, hatten wir uns also geeinigt,
wie wir unsere zwei Weine einstellen würden.
Die Oestricher Doosberg Spätlese
mild liegt nun bei knapp 9g/l Säure bei einem Restzuckergehalt
von etwa 35g/l.
Die Oestricher Doosberg Spätlese
trocken bei knapp 7g/l Säure und einem Restzuckergehalt von
4g/l.
Beide Weine präsentieren sich
in ihrer Jugend angenehm frisch und lebhaft, wobei noch gesagt
werden muss, dass wir unsere Weine bevorzugt so herstellen, dass
sie ihr Potential erst nach einer gewissen Reife auf der Flasche
entfalten. Hier ist eine "knackige" Säure angebracht
und notwendig, sie verleiht den Weinen ihre Frische und sie sorgt,
kombiniert mit dem richtigen Restzuckergehalt, für einen wunderbar
spritzigen Riesling, für den der Rheingau nicht umsonst bekannt
geworden ist. |